Preisverleihung 2014

In diesem Jahr wurde der Petrarca-Preis für europäische Literatur zum letzten Mal vergeben: An den in Frankfurt lebenden Schriftsteller Franz Mon und an den in Yale lehrenden gebürtigen Litauer Tomas Venclova.

Franz Mon, geboren 1926, hat unbeirrt von Moden und Stimmungen sein literarisches Werk vorangetrieben, von dessen Vielfalt das gerade erschienene, von Michael Lentz herausgegebene Lesebuch "Zuflucht bei  Fliegen" zeugt. Die Jury möchte auch auf den literaturtheoretisch aufregenden Briefwechsel hinweisen, den Franz Mon mit dem in der damaligen DDR lebenden Dichter Carlfriedrich Claus geführt hat, der ebenfalls vorliegt.

Tomas Venclova, 1937 in Klaipeda  in Litauen geboren, lebt seit 1977 in den Vereinigten Staaten, wo er als Professor für slawische Literatur an der Yale University unterrichtete. Neben großen Studien zu Anna Achmatova und Aleksander Wat hat er ein umfangreiches lyrisches Werk veröffentlicht, das gerade  in Westeuropa entdeckt wird. Zuletzt ist in der Übersetzung von Claudia Sinnig und Durs Grünbein der Band "Gespräch im Winter" erschienen.

Mit der Preisverleihung an Franz Mon und Tomas Venclova, die am 14. Juni in München stattgefunden hat, geht der Petrarca-Preis, den Hubert Burda vor vierzig Jahren gestiftet hat, zu Ende. 1975 fand die erste Verleihung - an Rolf Dieter Brinkmann - statt, in der Folge wurden Dichter wie Sarah Kirsch und Ernst Meister, Tomas Tranströmer und Zbigniew Herbert, Pierre Michon und John Berger geehrt, mit Übersetzerpreisen Hanns Grössel oder Friedhelm Kemp, Ilma Rakusa oder Elisabeth Edl. Außerdem erhielten über Jahrzehnte junge osteuropäische Dichter Förderpreise.

Von der ersten Jury - Nicolas Born, Bazon Brock, Peter Handke, Michael Krüger und Urs Widmer - sind bis heute Peter Handke und Michael Krüger dabei, ergänzt um Peter Hamm und Alfred Kolleritsch.

 
Innenhof bayrisches Nationalmuseums
Tomas Venclova
Preisverleihung
Michael Krüger, Alfred Kolleritsch, Franz Mon, Hubert Burda, Peter Hamm, Tomas Venclova Peter Handke v.l.
Buchsignierung von Dr. Hubert Burda
hubert burda
Franz Mon