Petrarca, Ausschnitt eines Freskos von Andrea di Bartolo di Bargilla (um 1450)

Dichter und Dichtertreff

Der italienische Dichter und Humanist Francesco Petrarca wurde am 20. Juli 1304 in Arezzo geboren. Er studierte zunächst Jura in Avignon. Im Dienste des Kardinals von Colonna bereiste Petrarca viele Länder, darunter Frankreich, die Niederlande, Deutschland und Italien. In Rom setzte er sich intensiv mit der Antike auseinander und wurde 1341 zum Dichter gekrönt. Von 1353 an lebte Petrarca acht Jahre lang in Mailand bei den Visconti, als deren Gesandter er 1356 bei Kaiser Karl IV. in Prag war. Danach hielt er sich in Venedig und Arquà bei Padua auf, wo er am 19. Juli 1374 starb.

Vorbild für mehrere Jahrhunderte war Petrarcas Liebesdichtung. In ihr verband der Dichter die traditionelle Troubadourlyrik mit seinem eigenen Stil, in dem das persönliche Erleben der sinnlich-erotischen Beziehung zu seiner Geliebten „Laura“ Ausdruck fand. Seine formvollendeten Sonette und Kanzonen sind im "Canzoniere" gesammelt. In seinen lateinischen Werken suchte Petrarca die Antike nachzuahmen und wurde so zum Begründer des Humanismus. Auch die Sammlung von Biographien berühmter Persönlichkeiten "De viris illustribus", die nicht vollendet ist, deutet bereits auf das neue Persönlichkeitsideal der Renaissance hin.

Der von Hubert Burda gestiftete Petrarca-Preis wurde von 1975 bis 1995 an zeitgenössische Dichter und Übersetzer vergeben und sollte an die Geschichte der Poesie erinnern. Die Verleihung fand an Orten in Italien und Frankreich statt, an denen Petrarca lebte und arbeitete, um auf diese Weise den historischen und geografischen Raum noch einmal begehen zu können, in dem das Werk des italienischen Dichters entstand.

Auf diese Wurzeln haben sich Stifter Hubert Burda und die Jury zurückbesonnen: Als Auszeichnung für europäische Literatur vergeben sie den Petrarca-Preis ab 2010 an internationale Autoren.